Bei jeder neuen Plattform, die zwei Seiten miteinander verbindet, taucht früher oder später dieselbe Frage auf. Wer soll zuerst da sein, die Nutzer oder die Anbieter. Diese Frage wird oft als Henne-Ei-Problem bezeichnet, so als wären beide Seiten gleich stark voneinander abhängig. Bei einer standortbasierten Plattform, die reale Geschäfte mit einer digitalen Spielwelt verbindet, stimmt dieses Bild nicht. Es ist kein Henne-Ei-Problem. Es ist ein reines Henne-Problem, und die Antwort darauf ist eindeutig.

Illustration zum Henne-Ei-Problem bei Netzwerkeffekten im Handel
Bild erstellt mit KI (ChatGPT)

Warum die Reihenfolge hier klar ist

Ein Spieler, der eine neue digitale Welt öffnet, hat online praktisch unbegrenzte Auswahl an Inhalten, Ablenkung und Belohnung. Ein einzelner, noch leerer Store ohne echte Anbindung an diese Welt bietet ihm keinen erkennbaren Grund, seine Aufmerksamkeit dorthin zu verlagern. Der Anreiz für den Spieler entsteht erst, wenn reale Orte tatsächlich Teil der Spielwelt sind, wenn es dort etwas zu entdecken, zu sammeln oder zu erreichen gibt. Ohne teilnehmende Händler bleibt die Spielwelt für den Spieler bedeutungslos.

Der Händler dagegen kann von der ersten teilnehmenden Filiale an einen Unterschied spüren, mehr Sichtbarkeit innerhalb der Plattform, ein zusätzlicher Anreiz für Ladenbesuche, unabhängig davon, wie viele andere Händler bereits mitmachen. Der Nutzen für den Händler wächst mit der Größe des Netzwerks, aber er beginnt nicht erst bei einer bestimmten Nutzerzahl. Genau das macht deutlich, wer in Vorleistung gehen muss, damit überhaupt ein funktionierendes System entsteht.

Warum das kein Nachteil ist, sondern eine Chance

Wer als Händler früh dabei ist, profitiert von einem Effekt, der sich nicht wiederholen lässt, sobald der Markt einmal etabliert ist. Wenige teilnehmende Standorte bedeuten weniger Wettbewerb innerhalb der Spielwelt um die Aufmerksamkeit der Spieler. Wer später einsteigt, teilt sich dieselbe Aufmerksamkeit mit deutlich mehr anderen Standorten. Frühe Teilnahme ist also kein Risiko, das man eingeht, obwohl man zuerst da ist, sondern ein Vorteil, den man genau deshalb hat.

Was das für die Zusammenarbeit bedeutet

Diese Ausgangslage ist kein Sonderfall von Retail Gaming Solution, sondern eine Eigenschaft jeder Plattform, die zwei unterschiedliche Gruppen miteinander verbindet. Bekannte Netzwerke aus anderen Branchen sind alle auf dieselbe Weise entstanden, mit einer ersten, kleinen Gruppe von Anbietern, die bereit war, vor der Nutzerzahl zu starten. Die entscheidende Frage für einen Händler ist deshalb nicht, ob er zu früh dran ist, sondern ob er das Wachstum eines Netzwerks von Beginn an mitgestalten möchte, statt es später nur noch zu nutzen.

Fazit

Bei einer standortbasierten Plattform kann nicht der Spieler zuerst da sein, weil ihm ohne teilnehmende Händler jeder Anreiz fehlt. Der Händler dagegen profitiert bereits ab der ersten Teilnahme, unabhängig von der Größe des Netzwerks. Vorleistung ist hier keine Ausnahme, sondern die einzig funktionierende Reihenfolge, und wer früh einsteigt, sichert sich genau dadurch die geringste Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe.

Retail Gaming Solution entwickelt eine standortbasierte Plattform, die stationären Handel und Marken in einem digitalen Ökosystem verbindet.